Sehnsucht Lago – Folge 14
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Tag 3
Donnerstag
Er lag auf dem Rücken. Sehr hart. Sein Kopf dröhnte und sein Körper fühlte sich taub an. Es war dunkel. Über das Getöse in seinem Kopf hinweg hörte er von Ferne ein Auto hupen. Sein Mund fühlte sich staubtrocken an. Die Zunge ein klobiger Fremdkörper. Endlich schaffte er es, die Augen zu öffnen. Mit einem Ruck hob er den Kopf. Der Hammer, der seinen Schädel bearbeitete, schlug noch stärker zu.
Erst sah er verschwommen, dann wurde das Bild deutlicher.
Er befand sich auf dem Fußboden eines Zimmers. Das Tageslicht drang nur schwach durch die dicken Vorhänge herein. Es gelang ihm, die Arme ein Stück anzuheben. Dann konnte er ein Bein bewegen. Mühsam zog er sich nach oben und ließ sich in den Sessel fallen.
Lago.
Cannobio.
Hotel.
Sandra.
Nur stückweise kam die Erinnerung zurück. Es war nicht so, dass er, das was geschehen war, nicht glauben konnte. Er wollte es nicht glauben. Er wollte nicht glauben, dass Sandra dafür verantwortlich war – die Frau, in die er sich so schlagartig verliebt hatte. Er spürte noch ihre Lippen, ihre weiche Haut, roch ihr süßes Parfüm.
Weshalb nur hatte sie das getan?
Plötzlich wurde ihm schlecht und er übergab sich auf den Fußboden. Dann taumelte er hinüber zur Garderobe und durchsuchte seine Jacke. Es war, wie erwartet. Der Gelbbeutel fehlte. Weder Ausweis noch Kleingeld hatte sie ihm gelassen. Instinktiv fasste er ans Handgelenk. Die Uhr war weg.
Seine Reisekasse!
Er drückte den Lichtschalter. Stühle, Möbel waren umgestoßen, seine Klamotten lagen kreuz und quer und garnierten das Durcheinander. Die Tasche stand auf dem Bett. Schon von hier aus erkannte er: das Innenfach war geöffnet – das Geld weg.
Die kalte Dusche weckte zwar den Körper, seine Stimmung blieb dagegen dumpf und dunkel. Er konnte noch nachspüren, wie leicht und lebendig er sich gestern gefühlt hatte, aber er konnte das Gefühl nicht festhalten. Es verflüchtigte sich, wie wenn man nach einem ergreifenden Kinofilm hinaus tritt in die Nacht und Schritt für Schritt wieder im eigenen Leben ankommt.
Während das Wasser weiter hart auf seinen Kopf strahlte, wurde er wütend. Auf sich. Wütend, dass er so offenherzig gewesen war. Wütend, dass er nicht gemerkt hatte, dass Sandra es nicht ehrlich meinte. Wie ein trockenes Stück Rasen hatte er ihre Verführung aufgesaugt.
Er überlegte, die Polizei zu rufen. Vielleicht war Sandra, oder wie immer sie in Wirklichkeit hieß, ihnen bekannt. Aber was konnte er schon sagen? Dass er in einer Liebesnacht, die keine gewesen war, beraubt worden war und sein Kopf hämmerte? Er sah ihre feisten Gesichter vor sich, spürte ihr Desinteresse und hörte ihre einfältigen Fragen. Dann würden sie herausfinden, dass er einen falschen Namen angegeben hatte, würden unweigerlich seine wahre Identität feststellen und im Handumdrehen wüsste es die ganze Welt. Er würde sich nur lächerlich machen.
Er stopfte wahllos ein paar Kleidungsstücke in die Reisetasche und zog die Jacke über. Auf der Treppe hatte er Glück, niemandem zu begegnen.
Nur weg von hier.
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Das Ganze liest sich sehr gut. Es ist eine fesselnde Geschichte.
Ich bin gespannt, wie es weitergeht.
Vielen Dank!
Liebe Claudia,
Danke für deinen Kommentar! Ich freue mich, wenn dir die Geschichte gefällt.
Viel Spaß beim Weiterlesen.
Herzliche Grüße.
Bernd